Jean-Paul Sartre – der Ekel und die Metaebene Teil 1

Der Ekel von Jean Paul Satre ist für mich ein gelungenes Beispiel einer Geschichte, die von der Metaebene getragen wird. Der Text atmet die philosophischen Anliegen des Schriftstellers Sartre. Er nutzt das fiktive Tagebuch des Historikers Antoine Roquentin, um seinen Thesen Leben einzuhauchen, sie in eine Geschichte hinein zu weben, ohne den Leser zu belehren zu wollen. Als ich mit ungefähr achtzehn Jahren das Buch zum ersten Mal gelesen habe, hat es mich aus den Socken gehauen. Sartres schonungslose Sprache, seine poetischen Ansagen, die dem Leser keine Ausflucht und keine Chance lassen, um ihn mißzuverstehen, haben mich meine Philosophie finden lassen. Ich habe mich wieder gefunden, in der vagen Wahrnehmung einer Empfindung, die auf das Wesentliche in uns verweist. Den Zwiespalt zwischen uns und unserer Umgebung, die andauernde Differenz, zwischen mir, meiner selbst, den anderen und den Dingen konnte ich in den Ausführungen des Herrn Roquentin wiederfinden und wusste, dass diese Empfindung zu denken und zu benennen war, ja sogar in eine Lebensweise eingefügt werden konnte und mir die Chance gab, in Einklang mit mir und meinem Leben zu sein.

Das Buch fängt mit einer verzweifelten Selbstschau an. Monsieur Roquentin will einen Kieselstein über das Wasser hüpfen lassen und in diesem Moment überfällt ihn eine Empfindung, die er nicht versteht und ihn aus der Bahn wirft. Auf der übernächsten Seite löst sich die Empfindung in der Erinnerung zu einer Nichtigkeit auf und Roquentin kann sich selbst beruhigen. Hier ist das Buch ist schon zu Ende? Nein, die wirkliche Geschichte beginnt erst!

Am Montag, den 25.1.1932 wird er konkreter. Die Dinge um ihn herum, alles was er anfasst, bekommt eine neue Bedeutung. Der Andere, der Autodidakt wird zum Fremden. Alles scheinbar vertraute, wird in Frage gestellt. Eine Veränderung, deren Herkunft er nicht bestimmen kann und dann drei Worte als Verweis: Man muss wählen. Der Satz verwirrt. Roquentin stellt nicht fest, ich muss wählen, sondern man muss wählen. Es bleibt einem nichts anderes übrig, die Verwirrung verweist auf den zweifelhaften Zustand der Freiheit hin, die erst einmal im ungefähren des Heideggerschen Man bleibt.

Fortsetzung  folgt….

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