Marathon-Vorbereitung 8. Woche – 21,05 km

Vollgepumpt mit meiner Euphorie über meine Leistung in der vorletzten Woche habe ich nicht gemerkt, das sich unterhalb meiner linken Kniescheibe ein Schmerz eingenistet hat. Montags bin ich noch davon ausgegangen, dass der anstrengende Halbmarathon in meinen Knochen und Muskeln seine Spuren hinterlassen hat und ich einfach nur ein oder zwei Tage regenerieren muss. Dienstags war ich wieder fit, doch der Schmerz blieb. Ich hatte keine Schwellung, nichts gerötet, auch war das Knie nicht warm. Also habe ich Kyttasalbe draufgeschmiert und gedacht, es wird besser. Dienstags hätte ich schon wieder laufen sollen. Das habe ich erst einmal sein lassen. Ab Mittwoch hatte ich das Bein immer wieder hochgelegt und die Stelle gekühlt. Das half ein wenig, hat aber nicht dazu geführt, dass der Schmerz abklingt. Donnerstag hatte ich die Schnauze voll und bin einfach losgelaufen. Beim Laufen habe ich den Schmerz nicht gespürt. Ich konnte ohne Probleme meinen fünf-Kilometer-Lauf abreißen. Bis heute hat sich der Schmerz gehalten. Etwas weniger stark und ausgeprägt wie am Anfang, aber immer mal wieder präsent, insbesondere wenn ich lange gesessen habe und dann aufstehen musste. Mein linkes Bein fühlt sich dann für einen Moment steif an und ich muss langsam hochgehen. Am Samstag bin ich fünf Kilometer und heute 10 Kilometer gelaufen. Heute bin ich mit meiner jüngsten Tochter gelaufen, die mit ihren 14 Jahren schon recht flott unterwegs sein kann und es hat beim Laufen wieder nicht weh getan. Auf der Strecke habe ich mich mit einer Autofahrerin angelegt, weil sie auf einer Forst- und landwirtschaftlichen Weg, den auch Anlieger mit ihren Autos nutzen dürfen, hinter uns hergefahren ist und gehupt hat. Wir sollten gefälligst auf die Seite gehen. Der Weg ist breit genug für Autos und zwei Läufer. Ich hasse diese motorisierten Machtdemonstrationen. Die meisten Autofahrer, echte Anlieger, fahren dann in Schrittgeschwindigkeit an uns vorbei. Ich bin einfach weiter vor ihr gelaufen. Dann ist sie neben uns gefahren, hat die Fensterscheibe runtergefahren und mich angebrüllt. Ich habe zurück gebrüllt. Ist ja klar, dass dann kein Dialog möglich ist. Ich bin einfach weitergerannt, mitten auf der Straße und sie ist wieder neben mich gefahren, hat mich wieder angebrüllt und ich habe Widerworte gegeben. Dann hat sie es zum Glück aufgegeben, hat Gas gegeben und ist mit ihrem 3er BMW davongerast. Aus lauter Wut bin ich die nächsten zwei Kilometer gerannt und meine Tochter ist hinterhergehechelt. Irgendwann hat sie mir dann zu verstehen gegeben, dass ich jetzt mal gefälligst langsamer laufen soll. Ich geriere mich manchmal als Wutbürger und merke gar nicht, dass ich mich absolut kindisch verhalte. Wenn ich alleine bin, ist das meine Sache und ich muss das aushalten. Aber meine Tochter reinzuziehen ist echt mehr als ungehörig und dumm. Warum bin ich nicht einfach zur Seite gegangen als die Frau gehupt hat und bin somit dem Ärger aus dem Weg gegangen bzw. Wir sind dann einen Kilometer langsamer gelaufen und den letzten Kilometer hat meine Tochter das Tempo von sich aus angezogen.

Nachmittags habe ich meine große Tochter getroffen, die Sporttherapeutin ist und habe sie gefragt, was ich denn da am Knie haben könnte. In den letzten Tagen habe ich von Bekannten verschiedenen Versionen gehört, über Schleimbeutelentzündung und Blockade des ISG-Gelenks war alles dabei. Meine Tochter sagte nur, dass sie jetzt ihr Taschen-MRT nicht dabei habe, aber vermutet, dass ich ein Problem mit dem Innenband habe. Ich soll mich schonen, am besten gar nicht laufen. Wir waren uns einig, dass es nur eine Reizung ist und das dauert ein- bis Zwei Wochen, wenn ich Glück habe, bis der Schmerz abklingt. Sie hat mich eindringlich davor gewarnt, weiter zu trainieren und mir nahegelegt, den Marathon abzusagen, wenn der Schmerz nicht verschwindet. Ich soll weiter Krafttraining machen und Yogaübungen, aber nicht laufen. Oh je, das wird schlimm. Es wäre eine Katastrophe, wenn ich den Marathon absagen muss und mir am Ende beim Training auch noch eine unangenehme Verletzung zugezogen habe, die schlimme Folgeschäden nach sich ziehen könnten.

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